Fußball

Warum haben Fußballer O-Beine?

Zugegebenermaßen verstehe ich selbst nichts von Fußball. Was mich aber interessiert zuschauen lässt, sind die durchtrainierten Beine der Spieler. Klar ist, das intensive Training mit dem runden Leder verstärkt die Beinmuskulatur und der Ball wird von den Rasenakrobaten punktgenau dirigiert, wenn er mit der Fußinnenseite gespielt wird.

Jedoch führt das teilweise einseitige Training dazu, dass vor allem die Adduktoren auf der Beininnenseite gekräftigt werden. Diese und die umgebenden Muskelstränge und Sehnen ziehen das Bein in Richtung Körperlängsachse, auch Saggitalachse genannt. Werden einzelne Muskeln überbelastet, können sie sich verkürzen. Trainiert ein Fußballer zudem schon in sehr jungen Jahren, kann die Verkürzung der Addukturen, in Verbindung mit dem langsameren Längenwachstum an der Knieinnenseite des Spielers, zu O-Beinen führen.

Verhindern kann man dies nur, wenn man beim Training auch permanent die Gegenspieler, die Abduktoren, miteinbezieht. Dennoch sieht man diese O-Beinstellung sehr oft, was zu einer Dauerbelastung des Kniegelenks und damit zu vorzeitigem Verschleiß führen kann. Man spricht hier von Arthrose und oftmals bleibt dann nur der künstliche Gelenkersatz.

Verlauf und Korrektur der Beinachsen

Wichtig für die funktionelle Wiederherstellung eines Hüft- oder Kniegelenks ist, vorab den Verlauf der Beinachsen des Patienten genau zu untersuchen. Dabei unterscheidet man zwischen anatomischer und mechanischer Beinachse. Aus dem Winkel zwischen diesen beiden Achsen kann der Chirurg ablesen, wie stark eine Varus- bzw. Valgusfehlstellung ausgeprägt ist. Dies ist nichts anderes als das im Volksmund bekannte O- bzw. X-Bein. In seltenen Fällen, wenn die mechanische Beinachse genau durch die Mitte des Kniegelenks verläuft, spricht man von einer neutralen Beinachse.

Die einfachste, nicht operative Methode, ist die Entlastung des Gelenks durch orthopädische Schuheinlagen, die je nach Fehlstellung an Außen- oder Innenseite um einige Millimeter erhöht sind.

Wird nach der klinischen Untersuchung ein chirurgischer Eingriff empfohlen, kann die Lösung eine reine Umstellungsosteotomie sein. Bei dieser Korrektur der Achsfehlstellung  wird aus dem Unterschenkelknochen ein Keil entweder herausgesägt oder ein künstlicher Keil eingefügt, wodurch der Gelenkbereich gekippt und entlastet wird.

Kniegelenk – Teilersatz oder Totalendoprothese?

Ist jedoch die Arthrose so weit fortgeschritten, dass daraus ein künstlicher Kniegelenkersatz resultiert, ist nicht nur die richtige Implantatgröße und -position wichtig, sondern auch die gleichzeitige Korrektur der Beinfehlstellung. Diese kann die Ursache dafür sein, dass das natürliche Gelenk einseitig überbelastet wird. Zugleich degeneriert der Gelenkknorpel auf der unter Druck stehenden Seite und im weiteren Verlauf können Schmerzen durch die Reibung zwischen Knochen entstehen. Wie stark jedoch in Richtung neutraler Beinachse korrigiert wird, hängt sehr davon ab, wie ausgeprägt sich die Fehlstellung zum anderen Bein darstellt. Man möchte sicher nicht ein Bein begradigen und damit beim anderen Bein die Überbelastung verstärken.

Ist der Knorpel im Kniegelenk nur auf einer Seite beschädigt, benutzt man einen unicodylären Kniegelenkersatz, bei dem nur die betroffene Hälfte des Gelenks an Ober- und Unterschenkel ersetzt wird.

Falls der Knorpel im Kniegelenk komplett beschädigt ist, benötigt der Patient eine totale Knieendoprothese, bestehend aus je einer  metallenen Gelenkfläche am unteren Ende des Oberschenkelknochens und am oberen Ende des Unterschenkelknochens. Diese werden mittels Knochenzement fixiert. Dazwischen setzt man ein Kunststoffinlay, welches den nicht mehr vorhandenen natürlichen Gelenkknorpel ersetzt und als Gleitlager fungiert.

In sehr schweren Fällen kann es dazu kommen, dass beide Beine einen künstlichen Gelenkersatz benötigen.

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