Schmerz im Schultergelenk

Begünstigt zu hartes Trinkwasser Kalkablagerungen in den Gelenken?

Viele Leidgeprüfte kennen sie: Plötzlich auftretende stechende Schmerzen in den Gelenken. Nicht immer ist es Arthrose, Rheuma oder Gicht, sondern die Einlagerung von Kalk. Dann haben die Betroffenen Glück im Unglück, denn der Kalk baut sich meist selbst wieder ab oder lässt sich mit begrenztem Aufwand folgenlos beseitigen. Es bleibt die Frage, woher er kommt. Ein Verdächtiger ist hartes Wasser.

Besonders häufig sind die Schultergelenke betroffen. Die sogenannte Kalkschulter tritt meist in einem fortgeschrittenen Lebensalter auf, gerne auch bei Handwerkern, Sportlern und auffallend häufig bei Frauen – Stichwort Impingement-Syndrom – die diesen Körperteil permanent überlasten. Die Schmerz verursachenden Kalziumkristalle lagern sich nicht etwa direkt am Knochen, sondern an den Sehnen an. Im Schulterbereich drücken die Störenfriede schließlich auf die Rotatorenmanschette und führen in der Folge zu Entzündungen.

Bei Knie- und Hüftgelenken ist der Aufbau zwar nicht so komplex, doch durch den höheren Körpergewichtsdruck ist die Wirkung nicht minder beschwerlich, im Gegenteil. Die Kalkablagerungen führen hier zur extremen Einschränkung der Beweglichkeit, falls der Körper beim Rückbau nicht bestmöglich unterstützt wird. Sobald die eigene Immunabteilung den Kalkanbau diagnostiziert hat, werden im Rückenmark bestimmte Granulozyten gebildet und quasi mit dem Abbau beauftragt. Diese können ihre Arbeit umso besser verrichten, je mehr wir ihnen Gutes tun.

Fachärzte werden zunächst versuchen, mit entzündungshemmenden Mitteln die Nebenwirkungen zu beseitigen und die Schmerzen zu nehmen. Andernfalls würden die meisten Betroffenen instinktiv eine Schonhaltung einnehmen, anstatt gezielte Bewegungstherapie durchzuführen. Zudem benötigt der betroffene Bereich eine gute Durchblutung, damit das störende Material so gut wie möglich abtransportiert werden kann.

Diagnostiziert werden die Gelenkverkalkungen einerseits durch eine Blutuntersuchung, wobei die eben angesprochene Immunabwehr des Körpers gemessen wird. Um die Anlagerungen zu lokalisieren, können die Gelenke anschließend mittels radiologischer Aufnahmemethoden – Röntgen oder Kernspintomographie – durchleuchtet werden.

Besonders weit fortgeschrittene Kristallbildungen, die bereits zu Beschädigungen von Gelenken führen, kann ein Facharzt minimalinvasiv per „Schlüsselloch-OP“ entfernen. Weitere Möglichkeiten, den Heilungsverlauf zu beschleunigen, bestehen zum Beispiel in Form einer Matrixtherapie oder mittels Stoßwellenbehandlung.

Über mögliche Ursachen ist sich die Fachwelt durchaus uneinig. Während meist der natürliche Alterungsprozess, Überlastungen, mangelnde Durchblutung oder eine Unterfunktion der Schilddrüse ins Feld geführt werden, bleiben doch zahlreiche Fälle ungeklärt und zuweilen rätselhaft. So geraten auch manche Lebensmittel, in größeren Mengen konsumiert, unter Verdacht.

Jeder Mensch besteht zu einem großen Teil aus Wasser und sollte täglich mehrere Liter davon trinken. Da das Trinkwasser in Regionen mit kalkhaltigem Untergrund für Verkalkungen und Schäden an Maschinen und Haushaltsgeräten verantwortlich ist, mag die Vermutung nahe liegen, dass dies beim Menschen ähnlich wirkt. Die herrschende Expertenmeinung verneint dies überwiegend und argumentiert, dass der überschüssige Kalk auf normalem Weg wieder ausgeschieden wird. Trotzdem sollten unter kalkbesetzten Gelenken Leidende lieber eine weichere Wasservariante wählen. Sicherheitshalber!

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