Mid section of man suffering with knee pain

Diagnosen, die zu einem künstlichen Kniegelenk führen können

Im Jahr 2016 bekamen in Deutschland 436.756 Patienten Hüft- und Kniegelenkprothesen. 42% davon waren künstliche Kniegelenke, Tendenz steigend. Welche Ursachen führen eigentlich zu diesen Eingriffen?

Anlass Nummer eins ist Arthrose, beim Kniegelenk Gonarthrose genannt. Diese weltweit am meisten diagnostizierte Gelenkerkrankung kann unterschiedliche Ursachen haben. Mit zunehmendem Alter steigt das Risiko, dass sich die Knorpel im Kniegelenk schlicht und einfach abnutzen. Gleichermaßen nimmt die Regenerationsfähigkeit des Knorpelgewebes und der Gelenkschmiere ab, was vermutlich mit abnehmender Bewegung korreliert.

Arthrose kündigt sich durch Schmerzen, einer Einschränkung der Bewegungsfähigkeit, Knacken oder Knirschen im Gelenk an. Bestimmte Berufsgruppen wie Fußboden- oder Fliesenleger sind für fortschreitenden Verschleiß der Kniegelenke prädestiniert. Tendenziell tritt die Krankheit immer mehr auch bei jüngeren Menschen auf. Als mögliche Erklärungen werden Übergewicht, einseitige Belastungen, Fehlstellungen oder Fehlhaltungen genannt, die den Druck auf die Knorpel erhöhen.

Manche Menschen haben von Natur aus ein schwach ausgeprägtes Knorpelgewebe, was ebenso zu Arthrose führen kann. Weitere mögliche Krankheitsursachen sind Ablagerungen von Homogentisinsäure, Einblutungen, die Bildung von Harnsäurekristallen, aber auch Medikamente, etwa Antibiotika.

Die Diagnostik erfolgt je nach Symptomatik anhand verschiedener bildgebender Verfahren wie Röntgen, CT oder MRT. Auf den Patientenaufnahmen erkennt der Facharzt mögliche Arthrose-Anzeichen: Eine Verkleinerung des Gelenkspaltes, eine Sklerose, also eine Zunahme des Bindegewebes, knöcherne Veränderungen oder Zysten an den Gelenkrändern oder Rissbildungen im Knorpelgewebe.

Als weitere Ursache für die Schädigung des Kniegelenks wird Arthritis genannt, eine Entzündung in der Gelenkkapsel. Diese entsteht beispielsweise durch Bakterien, rheumatische Erkrankungen oder Autoimmunprozesse, bei denen das Abwehrsystem aktiviert wird. Auch Stoffwechselerkrankungen wie Gicht oder Systemerkrankungen wie Schuppenflechte können Arthritis hervorrufen. Die Diagnose erfolgt hier in der Regel mit Hilfe einer Blutuntersuchung.

Zusätzlich zu den zuvor beschriebenen Krankheitsbildern Arthrose und Arthritis gibt es zahlreiche weitere Indikationen, die zu einem künstlichen Kniegelenk führen können. Angeborene oder sich im Wachstum ausbildende Deformationen zählen ebenso dazu wie nicht ausheilbare Knieverletzungen nach Unfällen. Nach einer operativen Tumorbehandlung unterstützt eine Knieprothese auch die Wiederherstellung der natürlichen Kniefunktionen.

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