Erfolgsgeschichte Gelenkersatz

Erfahrungsbericht. Mein Leben mit zwei künstlichen Gelenken – Teil 1: Die Vorgeschichte

Der heutige Beitrag eröffnet eine dreiteilige Serie, in der eine Patientin über ihre Erfahrungen zum Gelenkersatz berichtet. In dieser Woche haben wir sie zu ihrer Vorgeschichte und dem Weg zur Totalendoprothese befragt.
Frau U., beginnen wir doch mal ganz am Anfang. Mit 53 Jahren sind Sie ja noch recht jung. Wie kam es dazu, dass sie bereits zwei Ersatzgelenke haben?

Ich habe eine angeborene Hüftfehlstellung. Wie das festgestellt wurde, weiß ich nicht mehr, aber man war sich nicht sicher, ob es sich um eine Dysplasie oder eine Luxation handelt. Das erste, woran ich mich in diesem Zusammenhang noch erinnern kann, ist ein Aufenthalt im Krankenhaus, als ich 3 Jahre alt war. Damals (1968) wurde eine Umstellungsosteotomie mittels Knochenspan vorgenommen – nach einer Methode, die heute nicht mehr angewandt wird, da man inzwischen weiß, dass sie keinen Erfolg bringt. So war es dann auch bei mir. Zunächst ging es mir besser. Bis zu einem Alter von 20 Jahren war ich beschwerdefrei und habe auch Sport getrieben – unter anderem als Rettungsschwimmer. Nach dem Wachstum war allerdings die Situation wie zuvor.

Was wurde dann unternommen?

Es folgte der übliche Marathon mit Tabletten und Physiotherapie. Spritzen gab es, soweit ich mich erinnern kann, kein, aber vier Hüftgelenkspunktionen. 1991 wurde erneut eine Umstellungsosteotomie durchgeführt, bei der 2 cm Beinlängendifferenz ausgeglichen wurden.  Nach den damals noch üblichen Liegezeiten von 6 Wochen und der anschließenden Mobilisation trat doch eine Besserung im Bereich der Hüfte ein. Allerdings habe ich seit dieser OP eine eingeschränkte Beweglichkeit bei der Außenrotation, da vermutlich ein Teil des IT-Bands entfernt wurde.

Hatte die Operation noch weitere Auswirkungen?

Die Angleichung der Beinlängen führte dazu, dass meine Wirbelsäule in eine Schieflage geriet, da sie sich ja über zwei Jahrzehnte an die unterschiedliche Beinlänge „gewöhnt“ hatte. Des  Weiteren  führte die ständige Fehlbelastung vor der OP und während des Heilungsprozesses zu Problemen im linken Knie (Die Hüftprobleme hatte ich auf der rechten Seite). Diagnostiziert wurde eine Arthrose hinter der Patella. Bei einer Operation wurde versucht, das Problem zu lindern, indem der Knorpel geglättet wurde. Als das nicht wirklich half, gab es wieder Tabletten und Physiotherapie; dieses Mal auch durch Spritzen unterstützt.  2002 wurde ich dann erneut operiert. Dabei hat man den Muskelansatz an der Tibia versetzt, um den Druck auf die Patella zu nehmen. Zeitweise hat das auch zu einer Besserung geführt, aber nicht dauerhaft angehalten.

Ab wann wurde ein Gelenkersatz vorgeschlagen?

2006 sagte ein Oberarzt in Plauen, dass eine Totalendoprothese die einzige dauerhafte Lösung sein wird. Beim Aufnahmegespräch entschied der Chefarzt allerdings, dass ich dafür noch zu jung bin. Damals war ich 41 Jahre alt. Danach war ich auf der Suche nach einem neuen ambulanten Orthopäden. Diejenigen,  bei denen ich bisher in Behandlung war, hatten Belegbetten am Plauener Krankenhaus und wollten natürlich dem Chefarzt nicht widersprechen. Durch einen Orthopäden, der sich auch nicht sicher war, ob wirklich eine Indikation für eine TEP vorlag, erhielt ich eine Überweisung an die Uni-Klinik in Leipzig. Die Ambulanz in Leipzig wurde teilweise von Studenten durchgeführt, die mich unbedingt dem Endoprothesenspezialisten vorstellen wollten. So geriet ich an Dr. Klima, der feststellte, dass eine Indikation für eine Totalendoprothese vorhanden ist. Er wollte aber zuvor noch eine letzte Sache versuchen und führte eine OP durch, in der die Gelenkkapsel gespalten und die Patella denerviert wurde.

Haben diese Maßnahmen geholfen?

Da sich Dr. Klima auch für eine anschließende Reha-Kur einsetzte, gab es für einen Zeitraum von ca. 4 Jahren eine Linderung der Beschwerden. 2010 hatte ich dann eine Autopanne, bei der ich keinen Leihwagen mit Automatikgetriebe bekommen habe. Daraufhin wurde mein Knie wieder dick und es wurde zur Befundklärung eine Arthroskopie durchgeführt. Das war eigentlich als Ambulanztermin geplant, aber der behandelnde Arzt hat ohne vorherige Absprache Änderungen durchgeführt. Da ich diesen Eingriff in schlechter Erinnerung behalten habe, weiß ich nicht mehr genau, was damals gemacht wurde. Das Problem an dieser Operation war, dass sie eine lange Zeit der Immobilität nach sich gezogen hätte, was sich negativ auf meine Hüfte ausgewirkt hätte.  Nach dieser Operation habe ich mich direkt mit Dr. Klima in Verbindung gesetzt, der mittlerweile im Marienhaus Klinikum St. Josef in Bendorf gearbeitet hat. Daraufhin wurde ich sofort für den nächsten Tag für eine Totalendoprothese eingeplant.

Nächste Woche erfahren wir mehr über die Gelenkersatzoperation und die anschließende Heilung.

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