Hüftgelenkersatz dreidimensional planen

Erfahrungsbericht. Mein Leben mit zwei künstlichen Gelenken – Teil 2: Die Operationen

Letzte Woche hat uns Frau U. erzählt, dass sie bereits seit der Geburt an einer Hüftfehlstellung leidet. Im Laufe der Jahre wurden einige Eingriffe vorgenommen, die nie dauerhaft zur Verbesserung führten. 2010 haben sie und ihr Arzt sich schließlich für den Einsatz einer Totalendoprothese entschieden.
Wie hat Dr. Klima die Operation geplant?

Dr. Klima hat die Operation damals mit Hilfe von Röntgenbildern und Schablonen geplant. Heute bereitet er seine Eingriffe in einer Planungssoftware mit digitalen Röntgenbildern vor. Bei schwierigen Fällen verwendet er auch gelegentlich CT-Aufnahmen.

Welche Implantate wurden eingesetzt?

Er hat das Kniesystem Genesis II von Smith & Nephew eingesetzt. Die Implantatkomponenten hat er möglichst klein gewählt, damit Revisionen möglich sind.

Wie war die Nachbehandlung im Krankenhaus?

Ich fand die Nachbehandlung in Bendorf richtig gut. Ich durfte von Anfang an sehr aktiv sein, zum Beispiel beim Fahrradfahren oder mit dem Pezziball. Als ich die Klinik nach 11 Tagen verlassen habe, konnte ich mein Knie schon 105° beugen. Da ursprünglich nur ein ambulanter Aufenthalt zur Befundung geplant war, musste ich auch direkt nach der Entlassung 400 km mit dem Auto (mit Automatikgetriebe) nach Hause fahren. Das ging auch ganz gut, nur Ein- und Aussteigen war sehr schwierig.

Haben Sie nach dem Krankenhausaufenthalt eine Reha gemacht?

Ja, ich war anschließend 4 Wochen zur stationären Reha. In dieser Zeit gab es alle möglichen Behandlungen – aktiv und passiv, im Wasser und auf dem Trockenen. Teilweise war es richtig anstrengend. Anschließend war ich noch häufig bei der Physiotherapie. Je nach Tagesform musste ich Übungen zum Kräftigen und Dehnen machen oder bekam Massagen.

Und seitdem sind Sie beschwerdefrei?

Nein, leider nicht. Durch die stärkere Belastung der rechten Seite vor der OP und während des Heilungsprozesses bekam ich 1,5 Jahre nach der Knie-OP Hüftbeschwerden beim Sitzen. Mittels Arthroskopie wurde eine massive Arthrose festgestellt. Ich hab dann sofort Kontakt zu Dr. Klima aufgenommen, der inzwischen in der Evangelischen Elisabeth Klinik in Berlin war. Wenige Monate später setzte er mir ein künstliches Hüftgelenk ein.

Welche Implantate wurden eingesetzt?

Dieses Mal wurde eine Prothese der Firma Zimmer eingesetzt. Alle Implantatkomponenten wurden wieder sehr klein gewählt, damit noch mindestens zwei Revisionen durchgeführt werden können.

Wie ging es Ihnen direkt nach der Operation? Ab wann konnten Sie wieder normal laufen?

Die typischen Gelenkschmerzen, die ich kannte, waren natürlich direkt nach der OP weg. Aber am Anfang fühlte es sich so an, als ob ich auf Stelzen laufen würde. Nach 6 Wochen konnte ich kurze Strecken schon wieder ohne Gehhilfen bewältigen. Nach 3 Monaten habe ich gar keine Krücken mehr gebraucht.

Gab es Komplikationen bei einer der Operationen?

Beide Endoprothesenoperationen verliefen recht komplikationslos. Beim Knie entstand nur ein leichter Lagerungsschaden, so dass die Außenseite nun taub ist. Dadurch habe ich leichte Schwierigkeiten einzuschätzen, wie hoch ich das Bein beim Gehen beuge. In recht unwegsamem Gelände (ich bin begeisterte Pilzsammlerin), fand ich mich dadurch schon ab und an auf dem Boden wieder. Ich hatte keinerlei Wundheilungsstörungen und auch nie ein Fremdkörpersyndrom. Die Implantate haben von Anfang an zu mir gehört.

Nächste Woche wird uns Frau U. berichten, wie es ihr heute (6 Jahre nach der letzten Operation) geht und wie zufrieden sie mit den Ersatzgelenken ist.

 

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2 thoughts on “Erfahrungsbericht. Mein Leben mit zwei künstlichen Gelenken – Teil 2: Die Operationen”

  1. Meine Oma hat ebenfalls eine Endoprothese eingesetzt bekommen. Ihr gesundheitlicher Zustand ist auch im Allgemeinen nicht der beste, also machen wir uns natürlich große Sorgen. Während sie nicht so mobil ist lesen wir ihr gerne Blogs aus dem Internet mit ähnlichen Krankheitsgeschichten vor, also vielen Dank für deine Beiträge und liebe Grüße von meiner Omi!

    1. Hallo Neeltje,
      es freut mich, dass ich wenigstens zur mentalen Genesung deiner Oma ein ganz kleines bisschen beitragen kann. Alles Gute für euch, liebe Grüße zurück und vor allem gute Besserung und Genesung für deine Oma!

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