Ursachen für den Einsatz von Hüftendoprothesen

Der Mensch ist ein Bewegungstier. Wesentlich für seine Fortbewegung sind einwandfrei funktionierende Hüftgelenke. Diese nach den Knien zweitgrößten Gelenke des menschlichen Skeletts ermöglichen dank ihrer komplexen Funktionsweise eine kraftvolle und schnelle Beweglichkeit. Leider halten die Hüftgelenke häufig kein Leben lang, sodass sie ersetzt werden müssen. Aktuell werden in Deutschland pro Jahr mehr als 150.000 Hüftendoprothesen implantiert. Nachfolgend betrachten wir die verschiedenen Ursachen.

Diese lassen sich in drei Kategorien einteilen: angeborene, verhaltensbedingte und krankheitsbedingte Ursachen. Angeboren sind etwa degenerative Fehlbildungen, die einerseits vererbt worden, andererseits durch Komplikationen während der Schwangerschaft entstanden sein können. Dazu zählen auch durch angeborene Fehlstellungen der Beine hervorgerufene verstärkte Abnutzungen der Hüftgelenke. Der Verschleiß äußert sich im Abrieb der Knorpeloberflächen von Hüftkopf und Hüftpfanne und wird als Coxarthrose bezeichnet.

Verhaltensbedingte Ursachen hat in der Regel der/ die Betroffene zu verantworten oder sie sind durch äußere Einwirkungen entstanden. Als selbstverschuldet lassen sich die Ursachen nennen, die durch ein anderes Verhalten zu vermeiden gewesen wären oder durch Unachtsamkeit begünstigt wurden. Hierzu zählen Arthrosen aufgrund von Bewegungsmangel, Übergewicht, einseitiger Belastung, permanenten Muskelverspannungen, zu langem Sitzen oder auch  dem fortwährenden Überkreuzen der Beine. Auch das Tragen zu enger Hosen oder hochhackiger Schuhe begünstigt die Bildung von Hüftschäden. Dazu kommen Verletzungen etwa beim Sport, aber auch unfallbedingt, die mittel- oder unmittelbar das Hüftgelenk überlasten oder im Extremfall zerstören können.

Fließend ist der Übergang zu den krankheitsbedingten Ursachen. Dazu zählen rheumatische Erkrankungen, Durchblutungsstörungen, Osteoporose, Knochentumore oder Entzündungen durch Keime, fatalerweise immer häufiger nach Infektionen in Kliniken. Bekanntermaßen werden ernsthafte Krankheiten durch Fehlverhalten wie falsche Ernährung oder zu spät einsetzende Gegenmaßnahmen begünstigt.

So vielseitig die möglichen Ursachen, die zu einem Hüftgelenkersatz führen, auch sind, lassen sie sich meist nicht definitiv zuordnen. Bei etwa 60% der Betroffenen wird eine primäre Hüftarthrose – dies bedeutet ohne erkennbare Ursache – diagnostiziert. Diese bildet sich im natürlichen Alterungsprozess verstärkt ab dem 50sten Lebensjahr aus und lässt sich auf ein Zusammenwirken von mehreren verhaltensbedingten Ursachen zurückführen. Klar ihrer Ursache zuzuordnende Verschleißerscheinungen am Hüftgelenk nennt man dagegen sekundäre Hüftarthrosen.

Die restlichen vierzig Prozent verteilen sich folgendermaßen: Messbare Anteile am OP-Aufkommen besitzen Brüche – vor allem Oberschenkelhalsbrüche – und Verrenkungen mit etwa 11%, rheumatoide Arthritis und aseptische Knochennekrose (Durchblutungsstörung im Hüftkopf) sind mit jeweils etwa 7% vertreten, sonstige Indikationen mit 9%. Der Anteil der Wiederholungseingriffe liegt bei 6%.

Aufgrund dieser Daten und Erkenntnisse können wir nur jeder/ jedem dazu raten, ab einem gewissen Alter, auf jeden Fall aber bei signifikanten Beschwerden, den Zustand ihrer/ seiner Hüftgelenke überprüfen zu lassen.

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