Schmerzpunkt im Rücken

Muskelverspannungen, eine unterschätzte Ursache für Gelenkschäden – Teil 1

Von klein auf sorgt unser Muskelapparat dafür, dass wir uns bewegen können. Laufen, springen, Werkzeuge gebrauchen, aber auch Mimik und Gestik ermöglicht uns dieses wunderbare System. Gut funktionierende Muskeln stützen unser Knochengerüst, entlasten Bandscheiben und Gelenke und wirken als elastischer Schirm gegen Stöße von außen. Hinzu kommt, dass ein durchtrainierter Körper von den meisten Mitmenschen als attraktiv und gesund wahrgenommen wird.

Leider ist vielen nicht bewusst, dass auch ein funktionierender Bewegungsapparat regelmäßig Pflege und Wartung benötigt. Versäumnisse machen sich spätestens dann bemerkbar, wenn der Schmerz kommt. Schmerzen entstehen bei anhaltenden Verspannungen, bei Zerrungen, Entzündungen oder dem vertrauten Muskelkater. Insbesondere Muskelverspannungen können unser gesamtes Körpergefühl und Wohlbefinden erheblich beeinträchtigen und durch Schonhaltungen Stück für Stück zu empfindlichen Schäden führen. Denkbar sind beispielsweise Abnutzungserscheinungen an den Knochen und in der Folge Gelenkarthrose.

Um diese Zusammenhänge zu erklären, gehen wir zunächst auf den Aufbau der Muskeln ein. Dabei konzentrieren wir uns auf die großen Muskelgruppen an Schultern, Rücken, Armen und Beinen. Ein Muskel besteht aus Muskelbündeln, die wiederum aus einzelnen Muskelfasern bestehen. Umhüllt werden die Muskelbündel von Bindegewebe, den Faszien. Im Raum zwischen den Faszien befinden sich Flüssigkeit sowie Bahnen des Lymphsystems, welches Nährstoffe und Abfallprodukte transportiert.

Die Muskulatur bleibt entsprechend unserer Lebensweise geschmeidig oder eben nicht. Bewegungsmuffel, Couchpotatoes und Schreibtisch-Endlossitzer, aber auch Dauerfahrer und Adrenalinjunkies werden es irgendwann zu spüren bekommen: Bei mangelnder Bewegung, einseitiger Belastung, Überlastung, Stress oder äußere Traumata etwa durch Stürze oder Unfälle können sich Muskeln dauerhaft verspannen und verhärten. Eine Folge davon ist wiederum eine Verklebung der Faszien, was diesen Prozess beschleunigt sowie Entzündungen und Schmerzen hervorrufen kann. Eine weitere Ursache für ebensolche Beschwerden kann mangelhafte Ernährung sein, was bei gleichzeitig starker Beanspruchung, etwa beim Sport, zu einer Übersäuerung der Muskeln führt.

Werden durch die Muskelverklebung bestimmte Abschnitte nicht mehr ausreichend versorgt, kann dort ein sogenanntes Myofasziales Schmerzsyndrom entstehen. Diese punktuellen Schmerzherde, die Triggerpunkte, können Sie in den äußeren Muskelbündeln als harte Auswölbungen ertasten. Die durch eine Schonhaltung hervorgerufene einseitige Belastung von Wirbelsäule, Hüft- und Kniegelenken verstärkt sich mit der Folge, dass Verspannungen und damit die Schmerzen weiter zunehmen – bis hin zu ernsten Schädigungen von Muskeln und Gelenken.

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